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So leiden Straßenkitten in Deutschland

Viele Kätzchen haben großes Glück, da sie geborgen in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können. Das Leben der unzähligen Straßenkitten sieht anders aus: Sie leben versteckt, zurückgezogen und müssen um ihr Überleben kämpfen – sie hungern, frieren, leiden oft unter Infektionskrankheiten und keiner kümmert sich um ihre Verletzungen. Unzählige sterben unmittelbar nach der Geburt oder kurz darauf.

Unser neues Update des großen Katzenschutzreports liefert erstmalig aktuelle Erkenntnisse über dieses verborgene Leid: 99 % der gefunden Kätzchen sind krank.Fast alle Tiere sind geschwächt durch Krankheiten, Parasiten, Verletzungen und Hunger. Wenn das Muttertier krank ist, hat sein Nachwuchs auch kaum eine Chance. Etwa ein Drittel der gefundenen Kätzchen sind bereits so ernsthaft krank, dass sie nur mit viel Aufwand geheilt werden können.2 Werden diese kraftlosen und kranken Tiere nicht rechtzeitig gefunden, ist die Chance äußerst gering, dass sie in der freien Natur ohne menschliche Hilfe überleben.

 

 

Überlebenschancen von Straßenkitten

Die Sterberate bei Kitten von Straßenkatzen ist enorm hoch. Bis zu 75 % erreichen nicht den 6. Lebensmonat. 48 % davon sterben, bevor sie 100 Tage alt werden.3 Diese geringen Überlebenschancen bestätigen auch unsere Tierschutzvereine: 96% gaben an, dass Kätzchen von Straßenkatzen eine schlechtere Überlebenschance haben als Tiere, die in menschlicher Obhut geboren werden.4

Weibliche Katzen können 2 bis 3 Mal pro Jahr werfen. Durchschnittlich kommen 4 bis 6 Jungtiere pro Wurf zur Welt. Lediglich 17% der befragten Tierschutzvereine gaben an, dass sie in der Regel davon ausgehen, den ganzen Wurf gerettet zu haben. Die Mehrheit befürchtet, nicht alle Kätzchen gerettet zu haben, da sie bspw. bereits gestorben sind oder nicht gefunden wurden.

 

Wer hilft den Straßenkatzen in Deutschland

Der Deutsche Tierschutzbund kämpft schon seit Jahrzehnten zusammen mit seinen Landestierschutzverbänden gegen das Leid der Straßenkatzen. Unterstützt werden sie von den angeschlossenen Tierschutzvereinen, Tierheimen und den zahlreichen ehrenamtlichen Tierfreunden, die sich vor Ort aufopferungsvoll um die Straßenkatzen kümmern. Neben dem Einsatz der Tierschützer nehmen auch Katzenbesitzer eine wichtige Rolle ein. Denn die konsequente Kastration der eigenen Freigängerkatze ist eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen die ansteigende Population der Straßenkatzen.

 

Straßenkatzen einzufangen und zur Weitervermittlung in Tierheime aufzunehmen, ist meist keine Option – vor allem nicht für erwachsene Katzen. Junge Katzen haben nur eine sehr kurze Zeitspanne von einigen Wochen, um sich an den Umgang mit dem Menschen zu gewöhnen. Während der 2. bis 7. Lebenswoche – der sogenannten Sozialisierungsphase – lassen sich Katzen auf ein Zusammenleben mit Menschen ein.1 In den folgenden Wochen ist eine Gewöhnung an den Menschen auch noch bis zu einem gewissen Grad möglich, aber in vielen Fällen deutlich erschwert.2 Hatten Katzen in diesen für ihre Sozialisierung wichtigen ersten Lebenswochen keinen ausreichenden positiven Kontakt zu Menschen, ist es unwahrscheinlich, dass sie in einer häuslichen Gemeinschaft stressfrei leben können. Sie sind scheu, ängstlich, immer auf Fluchtmöglichkeiten bedacht und fühlen sich im Tierheim permanent überfordert. Hinzu kommt, dass es für diese wilden und scheuen Tiere wenig Hoffnung auf eine Vermittlung gibt, da das ängstliche Verhalten kaum reversibel ist.3 Daher ist es wichtig, dass Straßenkatzen im Zeitfenster der Prägungsphase gefunden werden. Während dieser Zeit können Tierfreunde die Katzen noch an den Kontakt mit den Menschen gewöhnen – nur so haben sie die Chance auf die Vermittlung in ein liebevolles Zuhause.